Baumkontrolle auf Kita-Gelände

Baumkontrolle auf Kita-Gelände

Schatten spendende Bäume sind auf Kita-Geländen unverzichtbar, damit Kinder geschützt im Freien spielen können. Für das Wohl der Kleinsten, hat die Verkehrssicherheit oberste Priorität. Die Gesundheit, Stand- und Bruchfestigkeit von Bäumen auf Kita-Geländen müssen regelmäßig überprüft werden, um mögliche Gefahren frühzeitig zu vermeiden.

Wie wichtig diese Kontrollen sind, zeigte sich kürzlich bei einem auffälligen Baum auf dem Hof einer Offenbacher Kita. Der Befall mit dem Brandkrustenpilz konnte durch eine visuelle Baumkontrolle nachgewiesen werden. Mithilfe des IML-RESI PowerDrill® und dem PiCUS Sonic Tomograph konnte das Ausmaß festgestellt werden.

Exkurs: Der Brandkrustenpilz

Der Brandkrustenpilz ist ein holzzersetzender Pilz, der aufgrund seines unscheinbaren Erscheinungsbildes meist nur von erfahrenen Baumkontrolleuren entdeckt wird. Er besiedelt bevorzugt die unteren Stammbereiche sowie die Wurzelanläufe. Das Gefährliche am Brandkrustenpilz: Er zersetzt die Holzstruktur im Inneren der Wurzeln und des Stammfußes, während der Baum äußerlich oft noch völlig vital und gesund erscheint. Da die Fäule die Stand- und Bruchsicherheit massiv angreifen kann, kann es bei fortgeschrittenem Befall ganz ohne Vorwarnung zum plötzlichen Umstürzen des Baumes kommen.

Messungen mit dem IML-RESI PowerDrill® und dem PiCUS Sonic Tomograph

Die ESO Stadtservice GmbH ist in Offenbach für die Kontrolle öffentlicher Bäume zuständig. Das Unternehmen nutzt für ihre Arbeit bereits seit Längerem den IML-RESI PowerDrill®. Dieser kam auch am betroffenen Baum der Kita zum Einsatz und konnte bereits klare Ergebnisse zeigen.

Die Messkurven zeigen die Schwierigkeit des Brandkrustenpilzes: Anders als bei einer Höhlung, zeigen die Messkurven hier keinen scharfen Abfall. Stattdessen sind Unregelmäßigkeiten und Schwankungen sowie Abfälle in der Amplitude sichtbar. Nichtsdestotrotz wird sofort sichtbar, dass in diesem Baum eine Fäule vorliegt.

Um die Ergebnisse zu prüfen und zu bestätigen, wurde eine Schalltomographie mit dem PiCUS Sonic Tomograph direkt am betroffenen Baum durchgeführt, um das komplette Bild der Schnittebene zu betrachten. Das Tomogramm konnte das Ausmaß des Schadens direkt bestätigen.

Das Tomogramm zeigt bereits einen Befall fast im gesamten Querschnitt. Sichtbar wird das, da im Tomogramm keine dunkelbraunen Stellen mehr sichtbar sind, die für schnelle Schallgeschwindigkeiten stehen. Das zeigt, dass sich der Pilz nicht nur lokal begrenzt ausbreitet, sondern im gesamten Querschnitt bereits beginnt, die Holzstruktur zu zersetzen, was die Stand- und Bruchsicherheit massiv beeinträchtigen kann.

Ergebnis und Entscheidung

Auf Basis der Messungen wurde anschließend beschlossen, dass der Baum eine Gefahr für die Kinder und Betreuer des Kindergartens darstellt. Der Baum wurde innerhalb von zwei Wochen nach der Messung, noch vor dem Ende der Ferien und Beginn des neuen Kita-Jahres zum Schutz aller gefällt. Bei einer anderen Buche in der Umgebung wurde ebenfalls der Brandkrustenpilz festgestellt, jedoch in einem weniger fortgeschrittenen Stadium. Dieser Baum wird daher erstmal erhalten.