¡Hola Mallorca!

¡Hola Mallorca!

Im April war unser Referent Alexander auf Mallorca unterwegs. Gemeinsam mit Golondrinas haben wir in der Baumschule Viveros Sa Porrassa ein zweitägiges Seminar durchgeführt. Teilnehmende waren Studierende, Vertreter verschiedener Unternehmen aus Mallorca und Ibiza sowie Mitarbeitende aus kommunalen und forstwirtschaftlichen Bereichen.

Im Mittelpunkt des Seminars standen die Theorie der IML-RESI und PiCUS Geräte sowie deren praktische Anwendung und Erprobung. Die Baumschule auf Mallorca bot mit ihrer beeindruckenden Vielfalt an Pflanzen, Bäumen und Palmen dafür ideale Bedingungen.

Der erste Seminartag begann mit einem theorieintensiven Vormittag. Um die Geräte sicher in der Praxis einsetzen zu können, wurden zunächst die grundlegenden Basics vermittelt. Am Nachmittag folgte der praktische Teil, bei dem unter anderem Olivenbäume und Palmen auf dem Gelände untersucht wurden.

Am zweiten Seminartag wurden die erhobenen Messdaten anschließend ausgewertet und gemeinsam analysiert.

Ein besonderes Beispiel war die Untersuchung eines Olivenbaums mit dem PiCUS Sonic Tomograph und anschließend dem IML-RESI PowerDrill®. Gemeinsam mit Alexander führten die Teilnehmer eine eingehende Analyse durch.

Zu Beginn erfolgte eine Sichtkontrolle. Dabei wurde eine offene Höhlung festgestellt. Ziel der Untersuchung war die Bestimmung der Restwandstärke.

Daraufhin wurde eine Schallmessung mit dem PiCUS Sonic Tomograph durchgeführt. Das Gerät ermöglicht die Beurteilung des inneren Holzstatus von Stämmen mit Höhlungen oder Pilzbefall. Aus den gemessenen Laufzeiten und Geometriedaten wird ein zweidimensionales Bild berechnet. Unterschiede in der Schallgeschwindigkeit werden farblich dargestellt und ermöglichen die Abgrenzung zwischen intakten und geschädigten Bereichen sowie die Einschätzung des Zersetzungsgrades.

Die Teilnehmenden konnten die zuvor erlernte Theorie direkt praktisch anwenden. Es entstand folgendes Tomogramm:

Das Tomogramm bestätigt die Ergebnisse der Sichtkontrolle. Die farbigen Bereiche im Stamminneren zeigen reduzierte Schallgeschwindigkeiten, die auf Fäulnis oder Hohlräume hinweisen. Dunkelbraun steht für hohe Schallgeschwindigkeiten und intakte Bereiche, hellbraun und grün für Übergangsbereiche, blau und violett für stark reduzierte Schallgeschwindigkeiten.

Zur Verifikation der Ergebnisse wurde der IML-RESI PowerDrill® eingesetzt. An den Messpunkten 1, 4, 7 und 9 wurden Bohrwiderstandsmessungen mit dem Gerät durchgeführt.

Die Messkurven bestätigen die Ergebnisse des Tomogramms sehr präzise. In vergleichbarer Tiefe zeigen sie Unregelmäßigkeiten bis hin zum vollständigen Abfall von Bohrwiderstands- und Vorschubkurve. Damit werden die zuvor ermittelten Restwandstärken nahezu zentimetergenau bestätigt.

Messkurve an Messpunkt 1:

Die Kurve zeigt zunächst einen gleichmäßigen Verlauf mit ausgeprägter Jahrringsstruktur bis etwa 25 cm. Dieser Bereich entspricht dem intakten Holz und ist im Tomogramm als dunkelbraun dargestellt. Danach folgt eine deutliche Abflachung, passend zum Übergang in geschädigte Bereiche (grün bis blau/violett im Tomogramm).

Messkurve an Messpunkt 4:

Bis etwa 15 cm ist ein stabiler Verlauf erkennbar. Danach kommt es zu einem deutlichen Abfall, ab etwa 27 cm sogar zu einem vollständigen Einbruch der Vorschubkurve. Dies korreliert mit dem Übergang in den stark geschädigten Bereich im Tomogramm.

Messkurve an Messpunkt 7:

Bis etwa 20 cm bleibt die Struktur stabil. Ab etwa 25 cm flacht die Vorschubkurve deutlich ab, was dem blau dargestellten Bereich im Tomogramm entspricht.

Messkurve an Messpunkt 9:

Dieser Messpunkt liegt nahe an den geschädigten Bereichen. Bereits nach etwa 5 cm zeigen beide Kurven einen starken Abfall über rund 30 cm. Im letzten Abschnitt steigt die Kurve wieder an, was auf das erneute Eindringen in intaktes Holz hindeutet.

An den Messkurven lässt sich zudem gut erkennen, dass die Bohrwiderstandsmesskurve weiterhin sichtbar bleibt, selbst wenn die Vorschubkurve teilweise vollständig abflacht. Die Amplitude des Bohrwiderstands bleibt dabei weitgehend konstant. Ursache hierfür ist die Schaftreibung. Die im Bohrkanal entstehenden Bohrspäne wirken entlang der gesamten Bohrnadel und erzeugen dadurch weiterhin einen messbaren Widerstand. Deshalb bleibt eine Widerstandskurve sichtbar, auch wenn sich die Nadel vollständig in einer Höhlung oder einem Fäulebereich befindet. Dieses Verhalten verdeutlicht die Bedeutung einer zweiten Messkurve, in diesem Fall der Vorschubkurve, um eindeutige und präzise Messergebnisse zu erhalten.

Die Untersuchung zeigt, dass unsere Geräte auch im Zusammenspiel ein starkes System bilden, sich optimal ergänzen und Ergebnisse zuverlässig gegenseitig verifizieren können.