Verkehrssicherheit bei Bäumen

Verkehrssicherungspflicht Bäume

Verkehrssicherungspflicht bei Bäumen

Sie beleben das Stadtbild und lockern urbane Räume auf, spenden im Sommer Schatten und erfreuen im Herbst durch buntes Laubwerk: Bäume sind aus unserem Alltag nicht wegzudenken und nicht nur hinsichtlich unseres Klimas von immenser Bedeutung für Mensch und Umwelt. Die stillen Riesen, die unsere Straßen säumen, bringen jedoch nicht nur positives mit sich. Insbesondere im Schadensfall entwickelt sich rund um den Baum häufig ein aufwändiger Rechtsstreit, denn nicht immer ist eindeutig klar, bei wem die Verantwortung liegt, wenn ein Baum einen Ast verliert und dieser in der Folge ein parkendes Auto beschädigt – oder wenn Menschen durch herunterfallende Äste oder umstürzende Bäume verletzt werden. Haben Sie sich schon mal Gedanken gemacht zum Thema „Verkehrssicherungspflicht Bäume“? Wer muss für diesen Schaden aufkommen und welche Gefahren gehen von Bäumen aus? Die daraus resultierende Gefährdung durch Bäume ist nicht zu unterschätzen! Wir nehmen uns daher einmal dem Thema Verkehrssicherheit bei Bäumen an und haben recherchiert, wer eigentlich nun im Schadenfall für Birke, Buche, Eiche und Co. verantwortlich ist. Ein spannendes Thema ist auch die Baumkontrolle, die die Grundlage für die Entscheidung einer weiteren eingehenden Untersuchung unter Einsatz spezifischer Messtechnik ist. Oft ist es die Messtechnik, die die entscheidende Information über die Bruch- und Standsicherheit in Kombination mit der visuellen Ansprache bringt um eine Aussage über die Verkehrssicherungspflicht des Baumes zu treffen. Eine vorausschauende Baumkontrolle und – pflege dient nicht nur der Sicherheit, sondern man könnte langfristig gesehen eine nicht unerhebliche Summe Geld sparen!

Wer ist verantwortlich für die Verkehrssicherheit von Bäumen?

Im Grundsatz ist immer derjenige für die Verkehrssicherheit verantwortlich, in „dessen Verantwortungsbereich eine Gefahrenquelle liegt“. Ganz konkret auf den Baumbestand bezogen bedeutet das: Bäume, die auf einem Privatgrundstück stehen, obliegen der Verantwortung des Grundstückbesitzers. Wer die Verfügungsgewalt über ein Grundstück ausübt – in der Regel ist das der Eigentümer – muss dafür Sorge tragen, dass von seinem Grundstück keine Gefahr für andere ausgeht. Dies gilt natürlich auch für den Baumbestand auf dem Grundstück, der im Rahmen des Zumutbaren und Möglichen gesichert werden muss, sofern der Baumbestand andere Personen gefährden könnte. Es ist übrigens irrelevant, ob der Grundstückseigentümer Privatmann ist oder das Grundstück in öffentlicher Hand liegt – die Regeln gelten in beiden Fällen gleich. Komplizierter wird die eindeutige Zuordnung bei Bäumen, die an einer öffentlichen Straße stehen. Hier kann zum einen der Eigentümer des Grundstücks, auf dem die Bäume wachsen, für die Verkehrssicherheit verantwortlich gemacht werden, zum anderen ist aber auch die Körperschaft für die Sicherheit verantwortlich, die auf der Straße den Verkehr eröffnet hat und die Straße verwaltet. Hier wird in der Regel bei Streitfällen jeweils im Einzelurteil die Verantwortung gerichtlich geklärt. Eindeutiger ist die Zuordnung, wenn es bei einem Schadensfall um Bäume geht, die Teil der Straßenbepflanzung sind. Diese Bäume gehören nämlich immer zum sogenannten „Straßenbegleitgrün“, lassen sich der Straße zuordnen und führen im Schadensfall zu einer Haftung des Straßenverkehrssicherungspflichtigen, beispielsweise der Kommune oder Stadt.

Eine regelmäßige Baumkontrolle schützt effektiv vor Unfällen und Schäden

Als systematische Kontrolle von Bäumen hat sich die VTA-Methode weltweit etabliert. VTA ist die Abkürzung für „Visual Tree Assessment“ – in Vorgehen, das die Körpersprache der Bäume analysiert, interpretiert und dabei hilft, natürliche Warnsignale frühzeitig zu erkennen und angemessen darauf reagieren zu können. Bei einer VTA-Analyse werden die Stand- und Bruchsicherheiten des Baumbestandes überprüft, Defekte vermessen und die Daten für weitere Schritte und Entscheidungen aufbereitet. Grundlage der Methode / Maßnahme ist das Wissen, dass Bäume bei Beschädigungen mit einer Veränderung des Wachstums reagieren. Die auftretenden, sichtbaren Veränderungen am Stamm oder dem Astwerk sind klar erkennbare Symptome, die auf den Zustand des Baumes hinweisen. Im Rahmen der VTA-Methode werden diese Symptome spezifischen Schädigungen zugewiesen – und man erhält dadurch eine umfängliche Beurteilung des Baumzustands. Unter Verwendung hoch spezialisierter, modernster technischer Geräte wird der Baum vermessen. Bestehende Schäden werden so sicher dokumentiert und belegbar festgehalten. In vielen Fällen werden Geräte der Firma IML verwendet, die unter anderem digitale Messkurven für eine spätere Analyse und Auswertung bereitstellen.

Mit welcher Technik arbeiten solche Geräte?

Bohrwiderstandsmessung

Um aussagekräftige und zuverlässige Messergebnisse zu erzielen, wird mit einem Bohrwiderstandsmessegerät beispielsweise mit einem Gerät der IML-RESI F-Serie eine Bohrnadel mit gleichmäßigem Vorschub in das Holz gedrückt. Während des Bohrvorgangs wird die dafür erforderliche Energie in Abhängigkeit zur Eindringtiefe der Nadel gemessen. Der Bohrwiderstand wird bei Durchführung einer Messung direkt auf die Nadel übertragen und aufgezeichnet.

Vorschubkraftmessung

Bei harten Baumarten kann jedoch der Bohrwiderstand durch Schaftreibung (Bohrspäne im Bohrkanal reiben auf die Nadelrotation) beeinflusst werden, dass Kurvenabfälle mit beginnender Fäule abgeschwächt werden. Für noch aussagekräftigere Messergebnisse arbeiten modernste Bohrwiderstandsmessgeräte zusätzlich mit einer Messung der Vorschubkraft. Hier wird die Kraft gemessen eine Nadel nach vorne zu schieben. Dieser Wert ist nur geringfügig von der Schafftreibung beeinflusst und wird in Kombination verwendet, um Schäden noch besser zu analysieren und aufzudecken. Die Bohrprofile in Form einer Messerkurve über der Bohrtiefe aufgetragen, können digital auf Rechner oder ein iPad übertragen werden und können zur Verfügung gestellt werden.

Schallgeschwindigkeitsmessung

Mit dem Micro Hammer können Schäden im Baum durch nahezu zerstörungsfreie Schalllaufzeitmessung zwischen Sensoren ermittelt werden. Hierbei ist ausschlaggebend, wie lange ein Schallimpuls auf dem Weg durch den Baum benötigt. Durch die gewonnenen Daten lassen sich Aussagen zum Zustand des Baumes treffen. Oftmals eingesetzt zur Voruntersuchung.

Holzfestigkeitsbestimmung

Mit einem Fractometer wird die Biegebruchfestigkeit und Widerstandskraft gegen Druck eines Baumes gemessen. Hierzu wird zunächst ein Holzbohrkern aus dem Baum entnommen, der dann in der Folge mittels eines Fractometers analysiert wird. Durch die Analyse Art ist eine genaue Bewertung der Holzqualität (Holzversprödung, Resttragfähigkeit, altersbedingte Minderung, etc.) möglich.

Wer sollte eine Baumkontrolle durchführen?

Jeder Baum ist ein Unikat, und auch wenn sich Bäume einer Gattung ähneln – ohne tiefere Fach- und Sachkenntnis ist eine fundierte Beurteilung und Bewertung des Baumbestandes nicht möglich. Vor allem verdeckte Schäden, die sich nicht über eine Sichtprüfung, sondern nur mittels hochspezialisierter, technischer Geräte feststellen lassen, können von Laien nicht belegt werden. Auf dem Privatgrundstück ist zwar in erster Linie der Eigentümer für den vorhandenen Baumbestand verantwortlich, es obliegt ihm aber nicht, über eine Fällung zu entscheiden. Auf öffentlichen Straßen oder Plätzen ist der Einsatz eines professionellen Baumprüfers eh unerlässlich. Nur ein bestens ausgebildeter Fachmann kann Bäume wirklich umfassend beurteilen – und verfügt über die dafür nötige Ausrüstung. Der Umgang mit den technischen Gerätschaften will gelernt sein, und auch wenn insbesondere die Geräte von IML extra für einen leicht zugänglichen, übersichtlichen Einsatz konzipiert sind: Ohne Ausbildung und langjähriger Erfahrung ist es schlichtweg unmöglich, den Gesundheitszustand eines Baumes fachgerecht zu bestimmen.

Fazit: Die Baumkontrolle sollte ein Fachmann durchführen

Was ist der Sinn einer Baumkontrolle?

Schäden werden durch Baumkontrollen frühzeitig erkannt und können durch rechtzeitig eingeleitete Maßnahmen eingedämmt werden. So kann dem Baum bereits in der Frühphase einer Schädigung geholfen werden, was in vielen Fällen eine im späteren Verlauf unvermeidliche Fällung erfolgreich verhindern kann. Aber auch wenn Bäume den Eindruck von Stabilität, Dauerhaftigkeit und Ruhe vermitteln, sind die stummen Riesen doch nicht ganz ungefährlich. Insbesondere von vorgeschädigten Bäumen kann eine große Gefahr für Mensch und Material ausgehen. Verfaulte Stämme, schadhafte Wurzeln oder ähnliche Vorschäden können ohne Vorwarnung dazu führen, dass Bäume umstürzen oder Äste verlieren. Die daraus resultierende Gefährdung durch Bäume ist erheblich! Gerade bei Stürmen ist es nicht selten, dass vorgeschädigte Bäume ihren Halt verlieren und auf Autos oder Personen stürzen. Die führt zu schweren Verletzungen, nicht selten auch mit Todesfolge, und erheblichen Sachschäden. Daher ist eine gründliche und gut geplante Baumkontrolle nicht nur ratsam, sondern geradezu ein Muss!

Hilfreiche Links

Quellenangabe Bildmaterial © daviles / stock.adobe.com

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