Sicherheit im Fokus – Baumforum in Weihenstephan

Offizielle Pressemitteilung Zentrum Wald-Forst-Holz Weihenstephan vom 15.03.2019

Über 400 Baumspezialisten tauschten sich über Aktuelles zu Stadtbäumen aus: Das Bayerische Baumforum am Zentrum Wald-Forst-Holz Weihenstephan fand am 14. März 2019 in Freising statt. Wie Daten zur Bruchgefahr kranker Bäume gewonnen werden, zeigte eine Praxis-Vorführung. Diese ergänzte das Tagungsprogramm mit Vorträgen und Fachausstellung.

Stand- und Bruchsicherheit beurteilen

„Deuten Rindenverletzungen, Baumhöhlen oder die Klopfprobe des Baumkontrolleurs auf eine Fäule im Holz hin, lässt sich diese mit mit einem RESI Bohrwiderstandmessgerät überprüfen“ erklärt Michael Reiß von der Firma IML Instrumenta Mechanik Labor System GmbH die Außenvorführung. Am Baumforum konnten Teilnehmerinnen und Teilnehmer die RESI-Messung an einer Weide ausprobieren. Das Gerät zeigt, was von außen niemand sieht: Auf dem Display erscheint eine Messkurve, die verrät wo das Holz fest und unversehrt ist. Aber auch wo es weich ist und nicht mehr trägt. Der Gutachter entscheidet dann, ob der Baum weiter erhalten bleiben kann, oder ob eine Bruchgefahr droht. „Hier zeigt die Messung, dass die Weide stehen bleiben kann.“ teilt Manfred Forstreuter, Leiter des Baumforums, mit.

Ahorn-Rußrindenkrankheit – Gefahr für Stadt und Wald?

Eine neue Gefahr für Ahorne in Bayern ist die Rußrindenkrankheit – ein schwarzer Belag unter der Rinde. „Bisher ist sie bei uns nur am Bergahorn auf- getreten, andere Ahornarten kann sie jedoch auch befallen“ erläutert Ludwig Straßer von der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft. In Nordamerika kommt sie sogar an Platane, Linde und Birke vor. Straßer weiß: „Die Erkrankung ist ein Todesurteil für den Baum. In Städten ist sie bisher zum Glück nur vereinzelt aufgetreten. Befallene Bäume müssen jedoch zügig entfernt werden. Das Einatmen der Sporen kann Atemnot, Kopfschmerzen, Fieber sowie Lungenentzündung verursachen.“

Klimawandel setzt Bäumen stark zu

Bäume sind die grüne Lunge der Stadt. Der Sommer 2018 zeigte jedoch vielerorts verdorrte und braune Wüsten statt grüne Oasen. Für Professor Hartmut Balder von der Beuth Hochschule für Technik Berlin steht fest: „Für die Städte der Zukunft kommt es nich auf die Quantität, sondern auf die Qualität des Grüns an.“ Er betont: „Häufig wird die Verantwortung für den Unterhalt der Baumbestände nicht wahrgenommen, es wird an den entscheidenden Stellen zu wenig bewässert.“ Dürre Bäume brechen leichter. Sperrungen von Parks – wie 2018 in Berlin – sind die Folge. „Das sollte im Sommer kein Dauerzustand sein!“ meint Balder. Er plädiert für intelligente Stadtplanung und gut ausgebildetes Personal beim Grünunterhalt. „Es braucht weniger Versiegelung, eine günstige Wasserzuleitung von Regen zum Baum und einen angemessenen Wurzelraum.“ Auch begrünte Dächer und Fassaden helfen Städte im Sommer zu kühlen. Sie senken die Verdunstung und damit den Wasserverlust für Bäume. Gesundes Stadtgrün wird mit zunehmender Klimaerwärmung anspruchsvoller. Aber die Bedeutung für das Stadtklima nimmt ebenfalls zu.

Das Baumforum richtet sich an alle, die sich mit der Planung und Pflanzung, Erfassung, Pflege und Kontrolle von Bäumen befassen. Der Austausch von Informationen und Erfahrungen steht dabei im Mittelpunkt.

www.baumforen.de

Direktlink Programmflyer 

www.iml.de

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